Navigation und Service des Auftritts der Behindertenbeauftragten Verena Bentele

In­for­ma­tio­nen zum So­zi­al-Ge­setz-Buch 9 - Rehabilitation und Teilhabe
von be­hin­der­ten Men­schen

Nutzen Sie auch

Zwei Personen sitzen sich an einem runden Tisch gegenüber. Vor einer Person liegen zwei Seiten Papier.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

  • Es gibt jetzt Service-Stellen
  • Ein Mensch im Rollstuhl sitzt einem anderen Menschen in einem Büro gegenüber und gibt ihm ein Blatt Papier.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

    Das passiert, wenn Sie einen Antrag stellen


  • Ein Zeigefinger, der auf eines von drei verschiedenen Wohnhäusern zeigt.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

    Wunsch- und Wahl-Recht -
    die Menschen können auswählen,
    was sie sich wünschen.

  • Eine ausgestreckte Hand in der einige Münzen und ein fuenf Euroschein liegen.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

    Beschäftigte in Werkstätten
    für behinderte Menschen
    bekommen 26 Euro mehr im Monat.

  • Viele Geldscheine und Münzen von denen ein Pfeil auf weniger Scheine und keine Münzen weist.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

    Eltern müssen weniger für einen Werkstatt-Platz bezahlen.


  • Eine Frau im Rollstuhl und ein Mann stehend. Zwischen ihnen ein Gleichheitszeichen und ein Paragraphenzeichen.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

    Menschen mit und ohne Behinderung müssen bei der Arbeit gleich behandelt werden.


  • Eine Frau und ein Mann stehen sich gegenüber. Der Mann gebaerdet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

    Menschen mit Behinderung müssen sich
    mit anderen Menschen verständigen können.


  • Ein Mann, stehend, hält ein Gesetzbuch.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

    Behinderten-Verbände dürfen klagen.

Ein Buch mit einem Paragrafenzeichen ist abgebildet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Im Sozial-Gesetz-Buch 9 stehen
viele wichtige Gesetze.
Die Gesetze sind für Menschen mit Behinderung wichtig.

Eine Beinprothese, ein Rollator und ein Rollstuhl.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Zum Beispiel steht darin,
wie jemand Hilfsmittel bekommen kann.
Oder andere notwendige Dinge.
Dinge, die er wegen einer Behinderung
im Privat-Leben oder bei der Arbeit braucht.
Das Gesetz gibt es seit dem 1. Juli 2001.


Das sind wichtige Dinge aus dem Gesetz

Es gibt jetzt Service-Stellen.

Zwei Personen sitzen sich an einem runden Tisch gegenüber. Vor einer Person liegen zwei Seiten Papier.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Eine Service-Stelle ist ein Büro.
Zu diesem Büro kann jeder gehen,
der etwas beantragen möchte.
Zum Beispiel:
Ein Hilfs-Mittel oder eine Kur oder etwas Ähnliches.

Früher war es schwierig.
Die Menschen mussten mit ihrem Antrag oft
von einer Stelle zur anderen gehen.
Zum Beispiel hat die Kranken-Kasse jemanden
zur Renten-Versicherung geschickt.
Die Renten-Versicherung hat den Menschen
wieder weiter geschickt.

Deshalb hat es oft sehr lange gedauert,
bis jemand die nötige Hilfe bekam.

Zwei Personen sitzen an einem Tisch. Die eine zeigt auf ein Blatt Papier und erklärt der anderen Person etwas.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Heute muss man nur zu einer Service-Stelle gehen.
Die Service-Stelle hilft beim Antrag.
Dann geht es schneller.
Die Service-Stelle begleitet den Menschen
so lange wie nötig.
Bis der Antrag endgültig bewilligt ist.
Oder bis er abgelehnt ist.

Service-Stellen gibt es in jeder großen Stadt
und in jedem Landkreis.

Das passiert, wenn Sie einen Antrag stellen:

Ein Mensch im Rollstuhl sitzt einem anderen Menschen in einem Büro gegenüber und gibt ihm ein Blatt Papier.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Am besten stellen Sie den Antrag
bei der Service-Stelle.
Die Service-Stelle hilft Ihnen dann weiter.

Sie können den Antrag aber auch
bei einer anderen Stelle stellen.
Zum Beispiel bei der Stelle, die direkt zuständig ist.
Vielleicht ist das Ihre Kranken-Kasse.

Ein Mann hät einen Telefonhörer. Vor ihm liegen ein Stift und ein Blatt Papier.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Herr Müller stellt einen Antrag
an seine Kranken-Kasse.
Er schreibt: ich brauche ein neues Hör-Gerät.
Damit ich im Büro besser telefonieren kann.
Wenn die Kranken-Kasse den Antrag bekommt,
muss sie schnell antworten.
Sie hat nur 2 Wochen Zeit.
Dann muss sie sagen,
ob sie die richtige Stelle für den Antrag ist.

Ein Mann sitzt vor einem Computer am Schreibtisch.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Das passiert,
wenn die Kranken-Kasse die richtige Stelle ist:
Die Angestellten von der Kranken-Kasse
prüfen den Antrag.
Sie überlegen:
Vielleicht reicht das alte Hör-Gerät
von Herrn Müller noch.

Ein Mann im Anzug sitzt an einem Schreibtisch. Auf dem Schreibtisch liegt ein Stethoskop.Quelle:  © Valuing people

Deshalb fragt die Kranken-Kasse
noch einen anderen Arzt.
Der untersucht Herrn Müller.
Dann schreibt er auf, was Herr Müller braucht.
Das nennt man Gutachten.

Die Kranken-Kasse hat 3 Wochen Zeit.
In dieser Zeit muss der Arzt das Gutachten schreiben.
Und die Kranken-Kasse muss in den 3 Wochen
über den Antrag entscheiden.

Das passiert, wenn die Krankenkasse
die falsche Stelle für den Antrag ist:
Die Kranken-Kasse muss das innerhalb
von 2 Wochen sagen.
Und sie muss den Antrag sofort
an die richtige Stelle weiter geben.

Ein Mann am Schreibtisch. Ein Regal im Hintergrund mit Aktenordern. Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Zum Beispiel:
Die Kranken-Kasse hat gemerkt:
Das Sozial-Amt ist die richtige Stelle.
Das Sozial-Amt ist jetzt die 2. Stelle für den Antrag.
Dann hat das Sozial-Amt höchstens 5 Wochen Zeit für den Antrag.

Dabei ist es egal,
ob das Sozial-Amt wirklich zuständig ist oder nicht.
Es muss auf jeden Fall selbst entscheiden.
Das Sozial-Amt darf den Antrag nicht
an eine 3. Stelle weitergeben.
Manchmal brauchen die Stellen länger
für ihre Entscheidung.
Dafür muss es aber einen wichtigen Grund geben.
Sonst kann sich Herr Müller dagegen wehren.

Zwei Männer stehen sich gegenüber. Der eine sieht wütend aus, der andere irritiert.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Zum Beispiel:
Die Kranken-Kasse hat den Antrag von Herrn Müller vor 4 Wochen bekommen.
Aber sie hat immer noch nicht entschieden.
Dann kann Herr Müller sagen:
Die Kranken-Kasse muss in den nächsten 2 Wochen über den Antrag entscheiden.
Sonst kaufe ich das Hör-Gerät selber.

Eine Hand reicht einer anderen Hand einen Fuenfeuroschein.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Die Kranken-Kasse muss Herrn Müller
dann das Geld für das Hör-Gerät zurück geben.

Herr Müller muss aber aufpassen:
Er darf nur so ein Hör-Gerät kaufen
wie es die Kasse bezahlt.
Er darf kein zu teures Gerät kaufen.

Wunsch- und Wahl-Recht -

Ein Zeigefinger, der auf eines von drei verschiedenen Wohnhäusern zeigt.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

die Menschen können auswählen,
was sie sich wünschen.
Wunsch- und Wahl-Recht bedeutet:
Menschen mit Behinderung brauchen Hilfen
und Hilfs-Mittel.
Aber sie haben das Recht
die Hilfen selber auszuwählen.

Ein Auto.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Zum Beispiel:
Frau Meier ist Rollstuhl-Fahrerin.
Sie braucht ein neues Auto.
Der Rollstuhl muss gut in das neue Auto passen.
Deshalb sagt sie:
Dieses Auto ist am besten für mich.

Das Auto darf aber auch nicht zu teuer sein.
Es muss gut für Frau Meier geeignet sein.
Und sie muss das Auto für ihren Beruf brauchen.

Eine ausgestreckte Hand in der einige Münzen und ein fuenf Euroschein liegen.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Beschäftigte in Werkstätten
für behinderte Menschen
bekommen 26 Euro mehr im Monat.

Viele Geldscheine und Münzen von denen ein Pfeil auf weniger Scheine und keine Münzen weist.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Das Sozial-Gesetz-Buch 9 gilt seit
dem 1. Juli 2001.
Vorher haben einige Beschäftigte in Werkstätten
weniger als 323 Euro verdient.
Diese Menschen verdienen jetzt 26 Euro mehr als vorher.

Eltern müssen weniger für einen Werkstatt-Platz bezahlen.

Viele Geldscheine und Münzen von denen ein Pfeil auf weniger Scheine und keine Münzen weist.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Vor dem 1. Januar 2002 mussten die Eltern
von Menschen mit Behinderung
Geld für einen Werkstatt-Platz bezahlen.
Dann konnte ihr Sohn oder ihre Tochter
dort arbeiten.

Eine Hand reicht einer anderen Hand einen Fuenfeuroschein.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Sie mussten aber nur bezahlen,
wenn sie genug Geld hatten.
Das Sozial-Amt hat vorher geprüft:
Wie viel Geld haben die Eltern?
Können sie etwas für den Werkstatt-Platz bezahlen?
Und wie viel können sie bezahlen?

Eine ausgestreckte Hand in der einige Münzen und ein fuenf Euroschein liegen.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Heute ist das anders.
Seit dem 1. Januar 2002 müssen die Eltern
nur noch 26 Euro für einen Werkstatt-Platz bezahlen.
Und nur Eltern mit genug Geld müssen bezahlen.
Das Sozialamt prüft, wie viel Geld sie haben.
Wenn das Kind über 27 Jahre alt ist,
müssen die Eltern nichts mehr bezahlen.

Menschen mit und ohne Behinderung müssen
bei der Arbeit gleich behandelt werden.

Eine Frau im Rollstuhl und ein Mann stehend. Zwischen ihnen ein Gleichheitszeichen und ein Paragraphenzeichen.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Im Sozial-Gesetz-Buch 9 steht:
Menschen mit und ohne Behinderung
müssen bei der Arbeit gleich behandelt werden.

Mehrere Schreibtisch an denen mehrere Personen sitzen und arbeiten. Eine Person sitzt im Rollstuhl.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Zum Beispiel:

  • Herr Schulze ist Rollstuhl-Fahrer.
    Er arbeitet als Gruppen-Leiter in seiner Firma.
    Er möchte gerne Abteilungs-Leiter werden.
    Da darf der Chef nicht sagen:
    Sie haben eine Behinderung.
    Deshalb können Sie nicht Abteilungs-Leiter werden.
  • Ein Chef darf niemanden kündigen,
    nur weil er eine Behinderung hat.
  • Manchmal dürfen Menschen mit Behinderung
    anders behandelt werden.

Zum Beispiel:

Eine Baustelle mit Kran, Lastwagen und Hausgerüst.Quelle:  © Valuing people

  • Eine Architektin hat eine Geh-Behinderung.
    Sie kann auf einer Bau-Stelle nicht
    die Leitern hinauf klettern.
  • Deshalb sagt ihr Chef:
    Sie soll die Pläne zeichnen.
    Aber sie soll nicht auf die Bau-Stelle gehen.

Menschen mit Behinderung müssen sich
mit anderen Menschen verständigen können.

Eine Frau und ein Mann stehen sich gegenüber. Der Mann gebaerdet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Zum Beispiel:
Blinde Menschen lesen Texte in Blinden-Schrift.
Gehör-lose Menschen sprechen
in Gebärden-Sprache.

Wenn Menschen mit Behinderung einen Antrag stellen,
müssen sie lesen und schreiben
oder sprechen können.
Einige Menschen können nicht lesen und schreiben.
Einige Menschen können nicht hören und sprechen.

Diese Menschen müssen Hilfe zum Sprechen, Schreiben
oder Lesen bekommen.

Eine Frau und ein Mann stehen sich gegenüber. Der Mann gebaerdet.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Zum Beispiel:
Ein gehörloser Mensch muss zu einem Amt.
Dort darf er in Gebärden-Sprache sprechen.
Dafür braucht er
einen Gebärden-Sprach-Dolmetscher.
Im Sozial-Gesetz-Buch 9 steht:
Das Amt muss den Gebärden-Sprach-Dolmetscher bezahlen.
Oder der gehörlose Mensch muss zum Arzt.
Dann bezahlt die Kranken-Kasse
den Gebärden-Sprach-Dolmetscher.

Behinderten-Verbände dürfen klagen.

Ein Mann, stehend, hält ein Gesetzbuch.Quelle:  © Lebenshilfe Bremen

Die Menschen in den Ämtern
müssen viele Entscheidungen treffen.
Manchmal sind die Menschen
mit der Entscheidung unzufrieden.
Die Menschen können dann vor dem Gericht klagen.

Manchmal geht es bei einer Entscheidung
um Hilfen für einen Menschen mit Behinderung.
Und der Mensch ist mit der Entscheidung vom Amt unzufrieden.
Er möchte klagen.

Dann kann er einen Behinderten-Verband
um Hilfe bitten.
Der Behinderten-Verband kann ihm vor Gericht helfen.
Das ist gut.
Behinderten-Verbände kennen
die Rechte von Menschen mit Behinderung gut.