Navigation und Service des Auftritts der Behindertenbeauftragten Verena Bentele

Nach­teils­aus­glei­che

Für schwerbehinderte und diesen gleichgestellte Menschen mit Behinderungen sind im SGB IX eine Reihe von Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben vorgesehen. Diese sollen helfen, behinderungsbedingte Nachteile am Arbeitsplatz so weit wie möglich auszugleichen.

Nutzen Sie auch

Gleichstellung

Behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50 aber mindestens 30 können auf Antrag von der Agentur für Arbeit schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder behalten können. Mit einer Gleichstellung können Rechte und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach dem Schwerbehindertenrecht in Anspruch genommen werden. So können Arbeitgeber finanzielle Leistungen zur Einstellung und Beschäftigung erhalten. Gleichgestellte Menschen mit Behinderungen werden bei der Ermittlung der Ausgleichsabgabe auf die Pflichtarbeitsplätze angerechnet. Es können Hilfen zur Arbeitsplatzausstattung in Anspruch genommen werden.

Besonderer Kündigungsschutz

Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten oder gleichgestellten Arbeitnehmers mit Behinderungen durch den Arbeitgeber bedarf der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes. Das Integrationsamt prüft im Rahmen dieses besonderen Kündigungsschutzes, ob und inwieweit durch die beabsichtigte Kündigung die besondere, durch die Behinderung bedingte Stellung des schwerbehinderten oder gleichgestellten Arbeitnehmers berührt wird. Es wird die Frage untersucht, ob die Behinderung Anlass für die Kündigung ist und welche Veränderungen ggf. am Arbeitsplatz vorgenommen werden können, um eine Kündigung zu vermeiden. Das Integrationsamt hat dagegen nicht über die Rechtmäßigkeit der Kündigung nach Kündigungsschutzgesetz zu befinden. Diese wird ausschließlich von den Arbeitsgerichten überprüft.

Mehrarbeit

Schwerbehinderte und diesen gleichgestellte Menschen mit Behinderungen werden auf ihr Verlangen von Mehrarbeit freigestellt. Mehrarbeit ist dabei jede über acht Stunden werktäglich hinausgehende Arbeitszeit. Sinn dieser Regelung ist es, die Leistungsfähigkeit schwerbehinderter Menschen nicht durch zu lange Arbeitszeiten übermäßig zu beanspruchen. Auch zu einer Verlängerung der täglichen Arbeitszeit durch Arbeits- oder Tarifverträge sind schwerbehinderte oder diesen gleichgestellte Menschen mit Behinderungen nicht verpflichtet.

Zusatzurlaub

Schwerbehinderte Menschen haben Anspruch auf einen bezahlten zusätzlichen Urlaub von fünf Arbeitstagen im Urlaubsjahr. Verteilt sich die regelmäßige Arbeitszeit auf mehr oder weniger als fünf Arbeitstage in der Kalenderwoche, erhöht oder vermindert sich der Zusatzurlaub entsprechend. Besteht die Schwerbehinderteneigenschaft nicht während des gesamten Kalenderjahres, so besteht für jeden vollen Monat der im Beschäftigungsverhältnis vorliegenden Schwerbehinderteneigenschaft ein Anspruch auf ein Zwölftel des Zusatzurlaubs.

Teilzeit

Schwerbehinderte und diesen gleichgestellte Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung, wenn die kürzere Arbeitszeit wegen der Art und Schwere der Behinderung notwendig ist, dies für den Arbeitgeber zumutbar ist und Arbeitsschutzvorschriften nicht entgegenstehen.

Behindertengerechter Arbeitsplatz

Nach § 81 Abs. 4 SGB IX besteht ein Anspruch gegen den Arbeitgeber auf Einrichtung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes. Hier sind insbesondere technische Arbeitshilfen und Umbauten am Arbeitsplatz möglich. Ansprechpartner sind in erster Linie die gesetzliche Rentenversicherung, die Bundesagentur für Arbeit und die Integrationsämter.