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Kein Raum für Tötungs-Philosophen in der Deutschen Nationalbibliothek

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Ausgabejahr 2011
Erscheinungsdatum 01.06.2011

"Die Deutsche Nationalbibliothek muss die für den kommenden Freitag geplante Verleihung des Ethik-Preises der Giordano-Bruno-Stiftung an Peter Singer in ihren Räumlichkeiten verhindern. Sollte die Verleihung nicht zu verhindern sein, erwarte ich eine deutliche Distanzierung der Deutschen Nationalbibliothek vom Preisträger", betonte Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Die Giordano-Bruno-Stiftung tritt für die Freigabe der Präimplantationsdiagnostik ein. Singer gilt als sogenannter Utilitarist. Er knüpft die Würde des Menschen an seine Nützlichkeit. Die Forderung nach einem Stopp der Preisverleihung richtete der Behindertenbeauftragte an Elisabeth Niggemann, Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek. Im Schreiben an die Generaldirektorin verdeutlichte der Behindertenbeauftragte die menschenverachtende Haltung von Peter Singer, Menschen mit Behinderungen das Lebensrecht abzusprechen und ihre Tötung zu verharmlosen. "Eine Preisverleihung an Peter Singer in der Deutschen Nationalbibliothek trägt dazu bei, ein Gedankengut salonfähig zu machen, das seit den Gräueltaten der Nationalsozialisten an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen nie wieder Raum greifen sollte. Besonders perfide sind die von Peter Singer ausgelösten Diskussionen deshalb, weil er das Lebensrecht von Menschen in Frage stellt, die sich selbst häufig weder an den Diskussionen beteiligen können noch sich wehren können", so Hubert Hüppe. Der Behindertenbeauftragte wies im Schreiben an die Generaldirektorin darauf hin, dass die Deutsche Nationalbibliothek als öffentliche Einrichtung und durch ihre Aufgabe, das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, eine besondere Verantwortung und Vorbildfunktion habe. "Die Deutsche Nationalbibliothek ist jetzt gefordert zu handeln", so Hubert Hüppe.