Fachtagung "Persönliches Budget für Arbeit"
Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer (SPD), hat am 17.10.2008 im Rahmen der Rehacare, Fachmesse für Rehabilitation, Düsseldorf, im Congress Center Düsseldorf Süd eine Fachtagung "Persönliches Budget für Arbeit: Berufliche Teilhabe mit persönlichen Budgets - Anspruch, Wirklichkeit und Perspektiven" durchgeführt. Zentrales Thema der Tagung war der Einsatz Persönlicher Budgets in allen Bereichen von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.
- Die Fachtagung
- Plenumsvorträge
- Workshop 1 Teilhabe am Arbeitsleben - Erfahrungen der Rehabilitationsträger mit dem Persönlichen Budget
- Workshop 2 Persönliches Budget in Werkstätten für behinderte Menschen – erste Ansätze
- Workshop 3 Unterstützte Beschäftigung - Perspektiven des neuen Förderinstruments
- Fazit
- weitere Downloads
- Links
Die Fachtagung
Das persönliche Budget eröffnet Menschen mit Behinderungen seit 1. Januar 2008 neue Möglichkeiten zur Ausübung ihres Wunsch- und Wahlrechtes. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden erbracht in Berufsbildungswerken, in Berufsförderungswerken, in Werkstätten für behinderte Menschen, in Integrationsunternehmen und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Um diese Leistungspakete budgetfähig zu machen, müssen sie aufgeschnürt und zu Leistungsmodulen umgestaltet werden, die flexibel, transparent und personenzentriert sind.
Ziel dieser Tagung war es, die ersten Erfahrungen mit Persönlichen Budgets im Bereich beruflicher Teilhabe zu diskutieren und aufzuzeigen, wie die Umsetzung Persönlicher Budgets in den verschiedenen Angeboten und Maßnahmen zur beruflichen Teilhabe erfolgen kann.
Teilnehmer waren Interessenvertretungen behinderter Menschen sowie politisch Verantwortliche, Rehabilitationsträger, Leistungserbringer, Integrationsfirmen und andere Dienstleister, die behinderten Menschen die Möglichkeit eröffnen möchten, einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden.
Schwerpunkte waren
- die Praxiserfahrungen der Rehabilitationsträger mit dem Persönlichen Budget für Arbeit,
- die Frage des Einsatzes Persönlicher Budgets in Werkstätten für behinderte Menschen und
- das neue Förderinstrument "Unterstützte Beschäftigung".
In Plenumsvorträgen, Workshops und in einer Podiumsdiskussion wurden Erfahrungen und Vorstellungen über die budgetgerechte Gestaltung der verschiedenen Leistungen zur beruflichen Teilhabe erörtert, Probleme aufgezeigt und Lösungsansätze diskutiert.
Nachfolgend haben wir die einzelnen Vorträge der Mitwirkenden zusammengestellt (es gilt das gesprochene Wort). Im Anschluss an die Beiträge finden Sie eine kurze Zusammenfassung und Würdigung der Inhalte und Ergebnisse der Tagung.
Plenumsvorträge
Karin Evers-Meyer (MdB), Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen,
Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführers der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V.
Dr. Hans-Martin Schian, Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH Köln
Das Persönliche Budget für Arbeit aus wissenschaftlicher Sicht (PDF/73-KB)
Klaus Oks, Bundesagentur für Arbeit
Das Persönliche Budget aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit (PDF/213-KB)
Workshop 1 Teilhabe am Arbeitsleben - Erfahrungen der Rehabilitationsträger mit dem Persönlichen Budget
Moderation: Dr. Richard Auernheimer
Impulsreferate:
Thekla Schlör, Bundesagentur für Arbeit
Das Persönliche Budget aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit (PDF/213-KB)
Hubert Seiter, Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg
Dr. Katja Robinson, Bundesarbeitsgemeinschaft Berufsbildungswerke
Erfahrungen der BAG der Berufsbildungswerke mit dem Persönlichen Budget (PDF/15-KB)
Workshop 2 Persönliches Budget in Werkstätten für behinderte Menschen – erste Ansätze
Moderation: Marlis Kawohl
Impulsreferate:
Dr. Clemens Kasper, Bundeasarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen
Erfahrungen der BAG der Werkstätten für behinderte Menschen mit dem Persönlichen Budget (PDF/83-KB)
Rainer Knapp, "Ausschuss Arbeit" der Lebenshilfe
Franz Schmeller, Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg
Persönliches Budget in Werkstätten für behinderte Menschen - Erste Ansätze (PDF/17-KB)
Barbara Vieweg, Interessenvertretung Selbsbestimmt Leben
Das bundesweite Modellprojekt "JobBudget" (PDF/33-KB)
Workshop 3 Unterstützte Beschäftigung - Perspektiven des neuen Förderinstruments
Moderation: Jörg Bungart
Impulsreferate:
Dr. Peter Mozet, Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Pressemitteilung des BMAS zur Unterstützten Beschäftigung (PDF/28-KB)
Achim Ciolek, Hamburger Arbeitsassistenz
Vortrag wird nachgereicht
Andrea Seeger, Access Erlangen
Erfahrungen von Access mit der Unterstützten Beschäftigung und dem Persönlichen Budget (PDF/1342-KB)
Fazit
In allen Workshops war es einhellige Meinung, dass das Persönliche Budget ein zentrales und in seiner Zielsetzung wirksames Instrument ist, um Menschen mit Behinderung ein größtmögliches Maß an Selbstbestimmung und Teilhabe zu ermöglichen.
Natürlich gab es auch Kritik. Eine Feststellung, die mehrfach gemacht wurde, ist, dass das Ziel einer individuellen und bedarfsgerechten Leistungserbringung mit Persönlichen Budgets einen dementsprechenden Markt braucht. Einen Markt der sich von der Maßnahmeorientierung löst und der individuelle Leistungskonstellationen zulässt.
Bis dahin, auch das war einhellige Auffassung, ist es noch ein weiter Weg. In der Sache geht es hier bis in die Niederungen der insbesondere in Workshop1 angesprochenen Frage nach der Notwendigkeit von Ausschreibungs-/ bzw. Vergabeverfahren.
Um Ausschreibung und Vergabe ging es auch im Workshop zum Thema Unterstützte Beschäftigung. Die Sorge, dass Anbieter aus Kostengründen nicht den Qualitätsanforderungen entsprechen, treibt viele um. Jobcoaches, die im Rahmen der Unterstützten Beschäftigungen tätig werden, müssen ein hohes Maß an Qualifizierung mitbringen. Am Ende werden die Ergebnisse über die Qualifikation bestimmen.
Sicherlich spannend war das Thema der Persönlichen Budgets in Werkstätten. Auch hier war die Bereitschaft deutlich geäußert worden, Persönliche Budgets auch in Werkstätten zum Zuge kommen zu lassen. Dies gilt für die Werkstätten selbst genauso wie für die beteiligten Kostenträger.
Wichtiges Ergebnis aus diesem Workshop: Es braucht kreative Ideen und Lösungen, die sich innerhalb des rechtlichen Rahmens bewegen, die aber die Spielräume, die es in diesem Rahmen gibt, auch intensiv nutzen. Wenn Leistungserbringer und Kostenträger hier eng zusammenarbeiten, ist eben vieles auch heute schon möglich.
Das Persönliche Budget und der Ausbau ambulanter Strukturen wurde in diesem Workshop auch als Chance begriffen – als Chance um auf veränderte Konkurrenzsituationen auf dem Arbeitsmarkt und Veränderungen auf dem Markt von Aufträgen für Werkstätten zu reagieren.
Die Behindertenbeauftragte wird auch zukünftig die Beteiligten in dem begonnenen Prozess begleiten und unterstützen.
weitere Downloads
Das trägerübergreifende Persönliche Budget
- für mehr gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen - (PDF/440-KB)
Das trägerübergreifende Persönliche Budget
- So können Menschen mit Behinderungen mehr selbst bestimmen -
(leichte Sprache) (PDF/462-KB)
Links
- Budget Tour 2007
- Neuntes Buch Sozialesgesetzbuch (SGB IX)
- Verordnung zur Durchführung des § 17 Abs. 2 bis 4 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (Budgetverordnung - BudgetV)
- Bundesweite Servicestellensuche
- Informationen des BMAS zum Persönlichen Budget
- Bürgertelefon des BMAS zum Persönlichen Budget
- Handlungsempfehlungen der Rehabilitationsträger (BAR) bei der Ausführung von Leistungen durch ein Persönliches Budget-Stand April 2009
- Informationen des Paritätischen zum Persönlichen Budget
- Informationen des Familienratgebers zum Persönlichen Budget
- Informationen von Forsea zum Persönlichen Budget
- Informationsbroschüre der Arbeitsgemeinschaft für selbstbestimmtes Leben schwerstbehinderter Menschen e.V. zum Persönliches Budget und Arbeit




