Navigation und Service des Auftritts des Behindertenbeauftragten Jürgen Dusel

Der Be­auf­trag­te ak­tu­ell

Nutzen Sie auch

Was macht eigentlich der Beauftragte der Bundesregierung?

Hier finden Sie Eindrücke von Terminen, die in letzter Zeit wahrgenommen wurden.


Zwei Männer in Anzügen vor einem Hintergrund mit der Aufschrift "Bundesministerium für Arbeit und Soziales"

09.05.2018Amtsübergabe an Jürgen Dusel

Der neue Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen heißt Jürgen Dusel. Er übernahm das Amt am 9. Mai 2018 von Verena Bentele, die viereinhalb Jahre lang als Beauftragte im Einsatz war. Dusel war bisher in Brandenburg Beauftragter der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderungen. Bei der Amtsübergabe bedankte er sich bei seiner Vorgängerin für die sehr gute Arbeit und kündigte als einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit das Thema Barrierefreiheit an. Der 53-jährige Jurist ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Dusel ist von Geburt an stark sehbehindert. Seit seinem Berufseinstieg arbeitete er im Themenfeld Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Zentrales Anliegen des neuen Beauftragten ist es, die Schaffung von Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen voranzutreiben. Dusel: „Barrierefreiheit hat eine wichtige soziale Dimension.“ Außerdem fordert der Beauftragte, dass die in Deutschland noch vorhandenen pauschalen Wahlrechtsausschlüsse für Menschen mit Betreuung in allen Angelegenheiten noch vor den Europawahlen abgeschafft werden.

Verena Bentele spricht vor der Blauen Wand. Es regnet. Vor ihr eine Gruppe Menschen mit Regenschirmen.

31.01.2018Die Beauftragte gedenkt der Opfer der "Aktion T4"

Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, und zahlreiche Personen des politischen und gesellschaftlichen Lebens versammelten sich an der Blauen Wand, dem Gedenk- und Informationsort für die Opfer der sogenannten „Euthanasie“-Morde in der Tiergartenstraße 4, um der Opfer zu gedenken. Die Kranzniederlegung wurde von bewegender Cello-Musik von Sonny Thet begleitet. Frau Bentele nahm in ihrem Grußwort Bezug auf Hannah Arendt und stellte fest: „Die Menschen, die hier an diesem Ort, in der Tiergartenstraße 4, gearbeitet haben, haben nicht im Sinne von Hannah Arendts lebendiger Menschlichkeit gedacht. Sie waren in der Lage tagtäglich Unmenschliches zu tun, über Leben und Tod zu entscheiden, das Vergiften, Vergasen, Verhungern und Zwangssterilisieren von Menschen vom Schreibtisch aus zu organisieren, das Leid anderer als einen bloßen Verwaltungsakt wahrzunehmen. Hannah Arendt nannte das einen „Verwaltungsmassenmord“. Bis zu 300.000 Menschen mit sogenannten geistigen, psychischen oder körperlichen Behinderungen wurden im sogenannten „Euthanasie“-Programm ermordet, zuvor oftmals zwangssterilisiert wie noch einige tausend Menschen mit Beeinträchtigungen darüber hinaus.

Am Abend begrüßte die Beauftragte das Weltenbrecher Theaterensemble der Lebenshilfe Lüneburg mit ihrem Stück „Wo der Pfeffer wächst“. Die Beauftragte nahm noch einmal Bezug auf die Kranzniederlegung und betonte in ihrer Rede, dass jeder Mensch besonders und einzigartig sei, ob mit oder ohne Behinderungen. Außerdem verwies sie auf die unbedingte Notwendigkeit des Erinnerns und an das Festhalten von Ritualen zum Gedenken wie die Kranzniederlegung selbst. Rituale sind wichtig, da Geschichte keine festgeschriebene, in Stein gemeißelte Wahrheit ist. Geschichte wird immer wieder neu- und weitergeschrieben und muss von uns aktiv gelebt werden. Nur durch unser Engagement und aktives Handeln wird sie bedeutsam und wirkt auch in die Gegenwart und Zukunft. Dabei ist es zentral: Allen Menschen zuzuhören, insbesondere auch den Zeitzeugen, die ihre Geschichten so eindringlich erzählen.
Dem Theaterpublikum im Kleisthaus wurden durch die Stimmen der Schauspielerinnen und Schauspieler mit sogenannten geistigen Behinderungen aktuelle politische Themen und gesellschaftliche Debatten präsentiert: "Was ist normal?", "Habe ich das Recht auf meine eigenen 4 Wände?" und "Kann ich Mutter werden?" Mit diesen Fragen regte das Ensemble zum Nachdenken an.

Die Bildaufnahme zeigt die Band Pelemele mit Kindern auf der Bühne von hinten. Vor der Bühne sieht man Besucherinnen und Besucher des Kinderfestes.

25.07.2017Beste Stimmung beim inklusiven Kinderfest in Berlin

Mit gut 1.500 Besucher*innen feierte die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, am Sonntag, 16. Juli 2017 ein großes Fest - das 2. inklusive Kinder- und Jugendfest, dieses Mal auf dem Lipschitzplatz in Berlin-Neukölln.

Unter dem Motto „Inklusion bewegt DEINEN KIEZ“ fanden zahlreiche Aktivitäten im Kiez der Gropiusstadt statt. Ziel war ein inklusives Fest in jeder Hinsicht, für Kinder und Jugendliche und deren Familien, zugänglich für alle Berlinerinnen und Berliner. Verena Bentele sagte auf der Feier: „Tage wie diese sind es, an denen mir mein Amt besonders viel Spaß macht. Denn das Fest hat mir gezeigt, dass Inklusion funktioniert, wenn alle mitmachen.“

Die eigenen Talente entdecken und Neues lernen konnten die kleinen und großen Besucher*innen bei den vielen Mitmach-Aktionen. Der Rollstuhlparcours beispielsweise zeigte Kindern und Erwachsenen, welche Herausforderungen der Alltag mit Schrägen, Rampen und zu durchfahrenden Türen bietet. Beim Rollstuhlbasketball wiederum lernten alle Besucher*innen den Rollstuhl als Sportgerät für ein temporeiches Ballspiel kennen. Mit ein wenig Übung bewegten sich viele recht geschickt über das Spielfeld und jagten einander die Bälle ab. Und dass Karate auch im Sitzen funktioniert, demonstrierten Sportler*innen auf der Bühne und in einem Workshop.
Der Fotoworkshop bot die Möglichkeit, blind oder mit verbundenen Augen zu fotografieren und dabei moderne Technik zur Unterstützung kennenzulernen.
Die Besucher*innen konnten zudem verschiedene Arten von Kommunikation ausprobieren: Gebärden, das Lorm-Alphabet und die Braille-Schrift. Auf vier Tablets wurde ein Quiz gespielt, gesteuert mittels Taster, Screen Reader, Sprache und Berührung.
Im Vorlesezelt konnten Kinder spannende Geschichten verfolgen, mit den Ohren, aber auch mit den Augen, da neben der Vorleserin auch eine Gebärdendolmetscherin die Geschichte in Gebärdensprache übersetzte.

Das Bühnenprogramm griff die Vielfalt der anwesenden Besucher*innen auf und hatte für jeden etwas zu bieten: In Kurztalks auf der Bühne standen Akteure aus Politik, Verwaltung und der Zivilgesellschaft rund um das Thema "Inklusion" Rede und Antwort. Ein abwechslungsreiches Musikprogramm wurde von Künstler*innen mit und ohne Behinderungen umgesetzt: Von Rap bis Kinderrock reichte die musikalische Bandbreite, die von Pelemele, der Schülerband NeverKnow, Sittin' Bull, Graf Fidi, John Apart und Vokuz geboten wurde. Die Texte wurden von einer Dolmetscherin auf der Bühne eindrucksvoll in die Deutsche Gebärdensprache übertragen.

Auf dem Fest präsentierten sich neben der Beauftragten außerdem das Bezirksamt Neukölln sowie die Schlichtungsstelle BGG und beantworteten Fragen der Besucher*innen.

Für die Beauftragte und ihr Team war das Fest ein großer Erfolg. Denn durch das gemeinsame Ausprobieren der verschiedenen Aktionen konnten Groß und Klein Inklusion in verschiedenen Facetten erleben und ausprobieren, Berührungsängste abbauen und an sich und anderen Stärken und Talente entdecken.

Eine Frau und ein Mann stehend im Gespräch. Im Hintergrund weitere Personen auf Stühlen in Sitzreihen.

27.06.2017Medienangebote für Kinder inklusiv machen

Zur 25. Ausgabe des Kinderfilmfestivals „Goldener Spatz“ trafen sich Medienmacher und Programmverantwortliche am 16. Juni 2017 in Erfurt. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, lud in Kooperation mit dem Grimme-Institut und „die medienanstalten“ zum Fachgespräch unter dem Titel „Alle(s) anders?“. Ziel war es, mit Programmverantwortlichen und Expert*innen aus der Medien- und Filmbranche dem Themenkomplex Menschen mit Behinderungen und Kinder- und Jugendmedien auf die Spur zu kommen

In drei Workshops und einer Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass es bereits einige gute Ansätze gibt. Besonders die Kinder- und Jugendmedien sind bemüht, Vielfalt in ihren Beiträgen aufzuzeigen und Barrierefreiheit herzustellen. Doch auch hier ist noch Luft nach oben, wie der Vortrag am Vormittag von Professor Dr. Ingo Bosse zur „Mediennutzung von Menschen mit Behinderungen“ deutlich machte. Alle Gruppen von Menschen mit Behinderungen nutzen das Fernsehen beispielsweise mindestens so stark wie die Gesamtbevölkerung, aber sie stoßen dabei nach wie vor auf Barrieren.

Als gute Beispiele für inklusive Medienangebote sind partizipative Ansätze wie die jungen Filmbeschreiber von doxs, der Kinder- und Jugendsektion der Duisburger Filmwoche oder die Jugendnachrichten des NDR mit Gebärdensprache zu nennen. Normalität sind Darsteller*innen mit Behinderungen in den Medien jedoch noch nicht. Das hat auch mit der fehlenden Möglichkeit zur Ausbildung von Schauspieler*innen, Redakteur*innen und Medienschaffenden mit Behinderungen zu tun. „Menschen mit Behinderungen müssen unbedingt Zugang zu Schauspiel- und Filmschulen und Journalistenschulen bekommen“, so Verena Bentele. „Es kann nicht sein, dass Menschen mit Behinderungen hier von Berufsfeldern ausgeschlossen werden, die maßgeblich daran beteiligt sind, welches Bild wir in der Öffentlichkeit von Behinderung haben.“ In Bezug auf Kinderdarsteller*innen stellte die Beauftragte klar: „Bei Kindern und Jugendlichen als Laiendarstellern gilt das Argument der fehlenden qualitativen Ausbildung nicht. Kinderdarsteller*innen haben mit und ohne Behinderungen in der Regel keine Schauspielausbildung. Hier braucht es den Mut von engagierten und weitsichtigen Produzenten, Castern und Regisseuren.“

Das Fachgespräch zeichnete sich durch eine hohe Expertise und sehr lebhafte Diskussion aus. So wurden neben der Ausbildungssituation, auch die Frage nach einer Quote für Menschen mit Behinderungen in den Medien und der technische Stand der Barrierefreiheit diskutiert.

Das Podium war am Nachmittag sehr gut besetzt. Anwesend war neben Michael Stumpf, Programmgeschäftsführer von KiKA, etwa der Münchner Schauspieler Erwin Aljukic, der unter anderem fast 13 Jahre lang in der Fernsehserie „Marienhof“ die Rolle eines körperbehinderten EDV-Technikers spielte und der damit zu den wenigen langfristig besetzten Schauspielern mit Behinderungen in Deutschland gehört. Der Filmemacher Marco Giacopuzzi aus Frankfurt, der mit dem Film „Jons Welt“ über das Lebensgefühl eines autistischen Jungen im Wettbewerb des Goldenen Spatz vertreten war, und Raúl Krauthausen von den Sozialhelden e.V. gehörten ebenfalls zu den Diskutanten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Kübra Sekin.

In einem Saal mit Sitzreihen sitzen im Vordergrund eine grauhaarige Frau mit Brille und die blonde Beauftragte. Vor ihnen befindet sich ein Schild mit der Aufschrift „Germany (VP)“.

19.06.2017 Besuch der Vertragsstaatenkonferenz zur UN-BRK in New York

Auf der 10. Vertragsstaatenkonferenz zur UN-Behindertenrechtskonvention ging es vom 13. bis 15. Juni 2017 um das Thema „Einbeziehung und volle Beteiligung von Menschen mit Behinderungen und ihren repräsentativen Organisationen bei der Umsetzung der Konvention in der nächsten Dekade“ und um eine inklusive Entwicklungszusammenarbeit. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, war neben der Parlamentarischen Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales Teil der deutschen Delegation in New York. An dieser Konferenz nahmen mit 174 Vertragsstaaten so viele teil wie nie zuvor. Auch Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft waren Dank des Engagements Deutschlands und weiterer Staaten vor Ort in die Diskussionen eingebunden.

weiterlesen