Navigation und Service des Auftritts des Behindertenbeauftragten Jürgen Dusel

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Was macht eigentlich der Beauftragte der Bundesregierung?

Hier finden Sie Eindrücke von Terminen, die in letzter Zeit wahrgenommen wurden.


Auf dem Bild zu sehen ist Jürgen Dusel (links) bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Fachtagung. Er hat ein Mikrofon in der Hand und spricht grade. Rechts von ihm sitzt Wilfried Oellers, Mitglied des Bundestages.

21.06.2018Fachtagung „Gewalt-frei? - Begrenzte Teilhabe durch freiheitsentziehende Maßnahmen“

Am 8. Juni hat Jürgen Dusel an der Fachtagung "Gewalt-frei? - Begrenzte Teilhabe durch freiheitsentziehende Maßnahmen?" teilgenommen. Veranstalter war der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. Die Tagung zielte auf einen Aspekt der Betreuung, der selten Beachtung findet, sich aber in der Praxis täglich zeigt: Menschen mit besonders herausforderndem, eigen- und auch fremdaggressivem Verhalten gut und sicher zu betreuen und Ihnen gleichzeitig angemessene Teilhabe zu ermöglichen.
Dusel erklärte anlässlich der Tagung: "Ich begrüße es, dass der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe dieses wichtige Thema zum Gegenstand der Fachtagung gemacht hat. Die UN-Behindertenrechtskonvention gibt auch bei diesem Thema einen klaren Maßstab vor. Freiheitsentzug ist ein ganz massiver Eingriff in die Grundrechte von Menschen. Ich bin mir sicher, dass wir alle von den guten Beispielen lernen können, wie sich freiheitsentziehende Maßnahmen vermeiden lassen."

Auf dem Bild ist Jürgen Dusel (links), gemeinsam mit Botschafter Dr. Christoph Heusgen, Ständiger Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen in New York, zu sehen. Sie stehen vor den Flaggen der UN, der EU und der Bundesrepublik Deutschland.

21.06.201811. Vertragsstaatenkonferenz in New York

In der vergangenen Woche nahm Jürgen Dusel als Leiter der deutschen Delegation an der 11. Vertragsstaatenkonferenz zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in New York teil. Dort führte er zahlreiche Gespräche mit Delegationen anderer Staaten und Vertreter/innen der Zivilgesellschaft, gab das Statement Deutschlands in der Generaldebatte ab und besuchte Nebenveranstaltungen ("Side-Events").

In der Generaldebatte berichtete Dusel unter anderem über den Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK, das Bundesteilhabegesetz in Deutschland, die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) und die damit einhergehende Einrichtung der Schlichtungsstelle nach § 16 BGG. Er sprach auch das Thema „Digitale Transformation und Inklusion“ an. Der Beauftragte begrüßte zudem die Ernennung von mehreren Frauen als Mitglieder des Ausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (Committee on the Rights of Persons with Disabilities – CRPD).
Einen weiteren aktiven Part hatte der Beauftragte im Side EventNothing about us without us - General comment on meaningful participation“, in dem er die Bedeutung der Beteiligung von Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen an Gesetzgebungsverfahren hervorhob.

Nach Artikel 40 der UN-BRK treten die Vertragsstaaten regelmäßig in einer Konferenz zusammen, um Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Durchführung ihres Übereinkommens zu behandeln. Sie informieren sich so gegenseitig über den Stand der Umsetzung der UN-BRK in ihren Staaten. Deutschland hatte in diesem Jahr erneut die Vize-Präsidentschaft der Konferenz.

Mehr Informationen (Fotos, Mitschnitte von der Konferenz, Programm) sind auf der Webseite der Vereinten Nationen zu finden (auf Englisch):
https://www.un.org/development/desa/disabilities/conference-of-states-parties-to-the-convention-on-the-rights-of-persons-with-disabilities-2/cosp11.html

Zwei Männer in Anzügen vor einem Hintergrund mit der Aufschrift "Bundesministerium für Arbeit und Soziales"

09.05.2018Amtsübergabe an Jürgen Dusel

Der neue Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen heißt Jürgen Dusel. Er übernahm das Amt am 9. Mai 2018 von Verena Bentele, die viereinhalb Jahre lang als Beauftragte im Einsatz war. Dusel war bisher in Brandenburg Beauftragter der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderungen. Bei der Amtsübergabe bedankte er sich bei seiner Vorgängerin für die sehr gute Arbeit und kündigte als einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit das Thema Barrierefreiheit an. Der 53-jährige Jurist ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Dusel ist von Geburt an stark sehbehindert. Seit seinem Berufseinstieg arbeitete er im Themenfeld Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Zentrales Anliegen des neuen Beauftragten ist es, die Schaffung von Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen voranzutreiben. Dusel: „Barrierefreiheit hat eine wichtige soziale Dimension.“ Außerdem fordert der Beauftragte, dass die in Deutschland noch vorhandenen pauschalen Wahlrechtsausschlüsse für Menschen mit Betreuung in allen Angelegenheiten noch vor den Europawahlen abgeschafft werden.

Verena Bentele spricht vor der Blauen Wand. Es regnet. Vor ihr eine Gruppe Menschen mit Regenschirmen.

31.01.2018Die Beauftragte gedenkt der Opfer der "Aktion T4"

Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, und zahlreiche Personen des politischen und gesellschaftlichen Lebens versammelten sich an der Blauen Wand, dem Gedenk- und Informationsort für die Opfer der sogenannten „Euthanasie“-Morde in der Tiergartenstraße 4, um der Opfer zu gedenken. Die Kranzniederlegung wurde von bewegender Cello-Musik von Sonny Thet begleitet. Frau Bentele nahm in ihrem Grußwort Bezug auf Hannah Arendt und stellte fest: „Die Menschen, die hier an diesem Ort, in der Tiergartenstraße 4, gearbeitet haben, haben nicht im Sinne von Hannah Arendts lebendiger Menschlichkeit gedacht. Sie waren in der Lage tagtäglich Unmenschliches zu tun, über Leben und Tod zu entscheiden, das Vergiften, Vergasen, Verhungern und Zwangssterilisieren von Menschen vom Schreibtisch aus zu organisieren, das Leid anderer als einen bloßen Verwaltungsakt wahrzunehmen. Hannah Arendt nannte das einen „Verwaltungsmassenmord“. Bis zu 300.000 Menschen mit sogenannten geistigen, psychischen oder körperlichen Behinderungen wurden im sogenannten „Euthanasie“-Programm ermordet, zuvor oftmals zwangssterilisiert wie noch einige tausend Menschen mit Beeinträchtigungen darüber hinaus.

Am Abend begrüßte die Beauftragte das Weltenbrecher Theaterensemble der Lebenshilfe Lüneburg mit ihrem Stück „Wo der Pfeffer wächst“. Die Beauftragte nahm noch einmal Bezug auf die Kranzniederlegung und betonte in ihrer Rede, dass jeder Mensch besonders und einzigartig sei, ob mit oder ohne Behinderungen. Außerdem verwies sie auf die unbedingte Notwendigkeit des Erinnerns und an das Festhalten von Ritualen zum Gedenken wie die Kranzniederlegung selbst. Rituale sind wichtig, da Geschichte keine festgeschriebene, in Stein gemeißelte Wahrheit ist. Geschichte wird immer wieder neu- und weitergeschrieben und muss von uns aktiv gelebt werden. Nur durch unser Engagement und aktives Handeln wird sie bedeutsam und wirkt auch in die Gegenwart und Zukunft. Dabei ist es zentral: Allen Menschen zuzuhören, insbesondere auch den Zeitzeugen, die ihre Geschichten so eindringlich erzählen.
Dem Theaterpublikum im Kleisthaus wurden durch die Stimmen der Schauspielerinnen und Schauspieler mit sogenannten geistigen Behinderungen aktuelle politische Themen und gesellschaftliche Debatten präsentiert: "Was ist normal?", "Habe ich das Recht auf meine eigenen 4 Wände?" und "Kann ich Mutter werden?" Mit diesen Fragen regte das Ensemble zum Nachdenken an.

Die Bildaufnahme zeigt die Band Pelemele mit Kindern auf der Bühne von hinten. Vor der Bühne sieht man Besucherinnen und Besucher des Kinderfestes.

25.07.2017Beste Stimmung beim inklusiven Kinderfest in Berlin

Mit gut 1.500 Besucher*innen feierte die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, am Sonntag, 16. Juli 2017 ein großes Fest - das 2. inklusive Kinder- und Jugendfest, dieses Mal auf dem Lipschitzplatz in Berlin-Neukölln.

Unter dem Motto „Inklusion bewegt DEINEN KIEZ“ fanden zahlreiche Aktivitäten im Kiez der Gropiusstadt statt. Ziel war ein inklusives Fest in jeder Hinsicht, für Kinder und Jugendliche und deren Familien, zugänglich für alle Berlinerinnen und Berliner. Verena Bentele sagte auf der Feier: „Tage wie diese sind es, an denen mir mein Amt besonders viel Spaß macht. Denn das Fest hat mir gezeigt, dass Inklusion funktioniert, wenn alle mitmachen.“

Die eigenen Talente entdecken und Neues lernen konnten die kleinen und großen Besucher*innen bei den vielen Mitmach-Aktionen. Der Rollstuhlparcours beispielsweise zeigte Kindern und Erwachsenen, welche Herausforderungen der Alltag mit Schrägen, Rampen und zu durchfahrenden Türen bietet. Beim Rollstuhlbasketball wiederum lernten alle Besucher*innen den Rollstuhl als Sportgerät für ein temporeiches Ballspiel kennen. Mit ein wenig Übung bewegten sich viele recht geschickt über das Spielfeld und jagten einander die Bälle ab. Und dass Karate auch im Sitzen funktioniert, demonstrierten Sportler*innen auf der Bühne und in einem Workshop.
Der Fotoworkshop bot die Möglichkeit, blind oder mit verbundenen Augen zu fotografieren und dabei moderne Technik zur Unterstützung kennenzulernen.
Die Besucher*innen konnten zudem verschiedene Arten von Kommunikation ausprobieren: Gebärden, das Lorm-Alphabet und die Braille-Schrift. Auf vier Tablets wurde ein Quiz gespielt, gesteuert mittels Taster, Screen Reader, Sprache und Berührung.
Im Vorlesezelt konnten Kinder spannende Geschichten verfolgen, mit den Ohren, aber auch mit den Augen, da neben der Vorleserin auch eine Gebärdendolmetscherin die Geschichte in Gebärdensprache übersetzte.

Das Bühnenprogramm griff die Vielfalt der anwesenden Besucher*innen auf und hatte für jeden etwas zu bieten: In Kurztalks auf der Bühne standen Akteure aus Politik, Verwaltung und der Zivilgesellschaft rund um das Thema "Inklusion" Rede und Antwort. Ein abwechslungsreiches Musikprogramm wurde von Künstler*innen mit und ohne Behinderungen umgesetzt: Von Rap bis Kinderrock reichte die musikalische Bandbreite, die von Pelemele, der Schülerband NeverKnow, Sittin' Bull, Graf Fidi, John Apart und Vokuz geboten wurde. Die Texte wurden von einer Dolmetscherin auf der Bühne eindrucksvoll in die Deutsche Gebärdensprache übertragen.

Auf dem Fest präsentierten sich neben der Beauftragten außerdem das Bezirksamt Neukölln sowie die Schlichtungsstelle BGG und beantworteten Fragen der Besucher*innen.

Für die Beauftragte und ihr Team war das Fest ein großer Erfolg. Denn durch das gemeinsame Ausprobieren der verschiedenen Aktionen konnten Groß und Klein Inklusion in verschiedenen Facetten erleben und ausprobieren, Berührungsängste abbauen und an sich und anderen Stärken und Talente entdecken.