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Schwer­be­hin­de­rung

Nutzen Sie auch

Menschen mit Behinderungen können Nachteilsausgleiche in Anspruch nehmen. Dafür muss zunächst der Grad der Behinderung (GdB) festgestellt und in Form eines Ausweises bescheinigt werden.

Feststellung des GdB

§ 2 Abs. 1 SGB IX definiert: Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Diese Definition orientiert sich an der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Der Umfang der Einschränkung wird mit dem Grad der Behinderung (GdB) in Zehnergraden von 10 bis 100 beschrieben. Der GdB soll somit die Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ausdrücken. Die Feststellung des GdB ist in erster Linie eine Frage der medizinischen Wertung, bei der es auf die besondere Sachkunde der Gutachter bzw. der Ärzte ankommt. Letztlich ist das versorgungsärztliche Gutachten ausschlaggebend für die Entscheidung des Versorgungsamtes bzw. der zuständigen Behörde.

Die Feststellung des GdB orientiert sich an der Versorgungsmedizin-Verordnung - VersMedV.

Liegen mehrere Beeinträchtigungen vor, so dürfen die GdB-Werte der verschiedenen Beeinträchtigungen nicht zusammengerechnet werden. Maßgebend sind die Auswirkungen der Funktionsbeeinträchtigungen insgesamt.

Als Behinderung gilt eine Funktionseinschränkung ab einem GdB von 20. Schwerbehindert sind im Sinne des SGB IX Menschen, bei denen ein GdB von wenigstens 50 festgestellt wurde. Behinderte Menschen mit einem GdB von weniger als 50, aber wenigstens 30, die infolge ihrer Behinderung keinen geeigneten Arbeitsplatz erlangen oder behalten können, werden auf Antrag von der Agentur für Arbeit schwerbehinderten Menschen gleichgestellt.

Merkzeichen

Neben der Feststellung des GdB prüft das Versorgungsamt auch, ob ein Mensch mit Behinderungen Anspruch auf die sogenannten Merkzeichen besitzt. Diese Merkzeichen berechtigen zur Inanspruchnahme weiterer Nachteilsausgleiche.

Weitere Informationen zu Merkzeichen erhalten Sie hier: Schwerbehinderung und Ausweis

Schwerbehindertenausweis

Der Schwerbehindertenausweis wird vom zuständigen Versorgungsamt in der Regel zunächst höchstens für fünf Jahre ausgestellt. Er kann, wenn die Voraussetzungen weiterhin vorliegen, zweimal verlängert werden. Ist keine Änderung in Art und Schwere der Behinderung zu erwarten, kann der Ausweis auch unbefristet ausgestellt werden (§ 6 Schwerbehindertenausweisverordnung).

Nachteilsausgleiche

Um behinderungsbedingte Nachteile auszugleichen bzw. abzumildern, können verschiedene Nachteilsausgleiche in Anspruch genommen werden. Weitere Informationen finden Sie hier: Nachteilsausgleich